Rekord beim 25. Weihnachtsschwimmen in Simbach am Inn
Sa, 18. Dez 2010, Simbach am Inn
Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Simbach

So viele Teilnehmer hatte es beim Fackelschwimmen der Wasserwacht-Ortsgruppe Simbach noch nie gegeben: Insgesamt kamen am Samstagabend 73 Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis und weit darüber hinaus. So nahmen sogar Schwimmer aus München, Zwiesel, Hengersberg und Ortenburg an der Veranstaltung teil.
Für Christian Gumpendobler war das 25. Jubiläumsschwimmen auch eine besondere Herausforderung. Der Technische Leiter der Ortsgruppe bestand seine Premiere als Einsatzleiter mit Bravour. Zum ersten Mal oblag die gesamte Abwicklung der Veranstaltung in seinen Händen. „Ohne das einspielte Team und die ganzen Helfer wären die Aufgaben nicht zu bewältigen gewesen“, gibt er sich bescheiden.
„Als man vor 25 Jahren zum ersten Mal diese Veranstaltung durchführte, hätte wohl niemand daran gedacht, dass eine derart eisige Angelegenheit so lange Bestand haben wird. Man wollte zuerst einfach nur testen, wie groß die Resonanz ist. In den Anfangsjahren startete man von der österreichischen Seite des Inns, damals noch unter der Leitung der Braunauer Feuerwehrtaucher. Erst drei Jahre später übernahm die Wasserwacht-Ortsgruppe Simbach das Ruder“, erinnert sich Rainer Herbst. Er war der einzige Fackelschwimmer am Samstag, der von Anfang an dabei war und das kühle Nass hautnah erleben konnte. „Bei den ersten Schwimmveranstaltungen mussten wir einige Meter durch Auwald gehen, bis wir endlich den Inn erreichten. Und der Ausstieg auf österreichischer Seite gestaltete sich immer sehr schwierig“, so Herbst.
Bei der Premiere auf Simbacher Seite 1988 nahmen immerhin zehn Schwimmer der Wasserwacht und vier Kollegen aus Eggenfelden teil.
Ohne die Initiative von Josef Kick, Wolfgang Hartwig und Benedikt Gramüller wäre es nie zu diesem Erfolg gekommen. Kräftig rührten die drei Wasserwachtler die Werbetrommel für das Simbacher Fackelschwimmen und nahmen auch selbst an den Veranstaltungen anderer Ortsgruppen teil. Auf diese Art ist das eisige Event in Simbach für viele ein fester Bestandteil in ihrem Jahresablauf geworden.
An der Streckenführung hat sich in all den Jahren nichts geändert. Nach wie vor wagen die Eisschwimmer in ihren dicken Neoprenanzügen den Sprung ins kalte Vergnügen an der Innbrücke in Kirchdorf. Bis zu sieben Millimeter sind die Schutzanzüge dick, damit es auf der 3000 Meter langen Strecke durch den Inn nicht zu einer Unterkühlung kommt. Allerdings ließen sich die teilnehmenden Gruppen immer mehr Überraschungen einfallen. Mit schwimmenden Christbäumen, selbst gebastelten Wasserfahrzeugen und zuletzt einem Brillantfeuerwerk machte man auf sich aufmerksam. Denn Zuschauern auf der Innbrücke hat’s stets gefallen, auch wenn das Thermometer oft Minusgrade anzeigte.
Unter großem Jubel wurden auch diesmal die Schwimmer des Jubiläumsschwimmens von den Besuchern auf der Innbrücke begrüßt. Bei einer Wassertemperatur von zwei Grad und Außentemperaturen von bis zu minus vier Grad harrten auch diesmal Hunderte von Schaulustigen auf der Brücke aus.
Thomas Herrmann von der Wasserwacht aus Eggenfelden schwimmt seit 2006 mit. „Es ist zwar heute sehr frisch, aber es macht immer einen riesigen Spaß und wir kommen gerne nach Simbach“, erklärt Herrmann, der mit sechs Kollegen gekommen war. Zum ersten Mal war Sara Meier von der Simbacher Ortsgruppe mit dabei. Sie war neben Matthias Hoidn aus Zwiesel mit Jahrgang 1996 eine der jüngsten Teilnehmer im Schwimmerfeld. „Auch wenn’s a bisserl kalt war“, wie sie nach dem Ausstieg gesteht. Für Elvis Dorfner von der Feuerwehr Erlach war es auch eine Premiere. Allerdings fand er die Wassertemperatur angenehm, erst der Aufenthalt an Land wurde für ihn frostig. Dafür gab’s aber auch gleich einen heißen Glühwein, der von den fleißigen Helfern zur Verfügung gestellt wurde. Eine Person, die mit Krämpfen und Unterkühlung aus dem Wasser bebracht wurde, mußte dem Rettungsdienst übergeben. Nach einem kurzen Checkup im Krankenhaus befindet er sich mittlerweile wieder nach Hause. Er war auch einer der ältesten Schwimmer.
Bei der Urkundenverleihung im Seniorenzentrum lobte Bürgermeister Günther Wöhl das gute Zusammenspiel der Hilfsorganisationen. Christian Gumpendobler dankte den Einsatzteams und den zahlreichen Sponsoren. Während für die Absicherung des Einstiegs die Kirchdorfer Feuerwehr zuständig war, übernahm die Simbacher Wehr die Bootsabsicherung auf dem Inn. Das THW Simbach kümmerte sich um die Ausleuchtung an der Ausstiegsstelle. Zur weiteren Absicherung stand die Wasserwacht aus Prienbach und das BRK-Simbach bereit. Die Stadt Simbach und die Gemeinde Kirchdorf sorgten für einen geräumten Zugang an der Ein- und Ausstiegsstelle.