Wasserwacht Ortsgruppe Simbach zieht Bilanz
Fr, 05. Feb 2010, Simbach am Inn
Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Simbach
Ehrungen langjähriger Mitglieder sowie 16 Aus- und Fortbildungsmaßnahmen standen bei der Jahreshauptversammlung der Wasserwacht-Ortsgruppe Simbach im Vordergrund. Die Ehrengäste loben in ihren Grußworten insbesondere die ehrenamtliche Arbeit der Wasserwacht.
Zahlreiche Mitglieder konnte Ortsgruppenleiter Uli Auer im Rot-Kreuz-Haus zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Auer würdigte in seinen Worten das gute Zusammenspiel mit den anderen Hilfsorganisationen vor Ort. Sein besonderer Dank richtete sich hier unter anderem an die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und die Polizei.
Christian Gumpendobler veranschaulichte anhand einer Power-Point-Präsentation die vielen Aktivitäten der Ortsgruppe im abgelaufenen Jahr. Angefangen vom Weihnachtsschwimmen in Bayerbach bis hin zur Besichtigung des Turbinenraums im Wasserkraftwerk Simbach-Braunau listete der Technische Leiter der Ortsgruppe alle Unternehmungen detailliert auf. Erwähnt wurde auch das Fackelschwimmen am Waldsee. Bei dieser Saisonabschlussfeier nahmen 25 Schwimmer teil.
Bereits im Winter wurde am Waldsee eine Eisrettungsübung abgehalten, bei dem das richtige Verhalten bei einem Eiseinbruch demonstriert wurde. Wie groß hier das Interesse war, zeigten die vielen Zuschauer. Insgesamt waren 37 Einsatzkräfte beteiligt, darunter die Wasserwacht-Kollegen aus Prienbach sowie die Feuerwehr aus Simbach und das Technische Hilfswerk. Ärgerlich war nur die katastrophale Parkplatzsituation rund um den Waldsee, was zu versperrten Zu- und Abfahrtswegen führte. Lob kam hier von SEG-Leiter Thomas Engelmayer. Er bedankte sich ausdrücklich bei der Gemeinde Kirchdorf für ihre Unterstützung. Denn an den Zufahrtswegen wurde mittlerweile ein einseitiges Parkverbot ausgesprochen, damit in Notfallsituationen die Rettungswege offen bleiben. „Kein Einsatzwagen hätte an diesen Tagen den See erreicht“, so Engelmayer.
Angesprochen wurde auch der Ertrinkungsunfall eines 53-jährigen Fischers aus Burgkirchen am Waldsee. Er konnte nach Taucheinsätzen nur noch tot geborgen werden. Dass manche Einsätze auch eine enorme psychische Belastung für die Kräfte darstellen, belegte die Leichenbergung am 30. November. Eine seit Mai vermisste Person konnte schließlich auch unter Mithilfe der Wasserwacht aus dem Inn geborgen werden. Namentlich wurde hier Thomas Engelmayer hervorgehoben.
Wie sehen die Aufgaben der Ortsgruppe in diesem Jahr aus? Auch hier konnte Gumpendobler bereits umfassend informieren. So sollen das Einsatzfahrzeug und die Rettungswache umgebaut werden. Zudem steht eine Sanierung des Stegs am Waldsee an. Hier müssen unbedingt Bretter erneuert werden.
Als weiteren Höhepunkt des Abends wurden langjährige Mitglieder geehrt. Rainer Hartwig ist seit 30 Jahren treues Mitglied der Ortsgruppe. Auf stolze 35 Jahre bringt es Fritz Werndl. Als Dank gab es eine Urkunde. Zudem wurden alle Jugendlichen und aktiven Mitglieder mit einer Urkunde ausgezeichnet, die erfolgreich an Ausbilder- und Wasserrettungskursen teilgenommen hatten.
Josef Feigl aus Arnstorf ging in seinen Grußworten auf die zukünftigen Entwicklungen in Alarmfällen bei den Hilfsorganisationen ein. Feigl ist Technischer Leiter der Kreiswasserwacht aus Pfarrkirchen und erläuterte die Aufgabe der integrierten Leitstelle in Passau. In Zukunft werden hier alle Notrufe auflaufen und von dort aus koordiniert. „Damit können wir die Rettungszeiten optimieren“, so Feigl. Für die verunglückten Personen bedeute dies, dass die Einsatzteams noch schneller helfen könnten. Vorerst befinde sich der Bau der neuen Leitstelle noch im Genehmigungsverfahren, allerdings würden jetzt schon die Vorbereitungsmaßnahmen laufen, damit bei der Umstellung die Alarmketten und Abläufe besser miteinander abgestimmt werden können.
Beeindruckt zeigte sich Sparkassenleiter Helmut Huber von der Arbeit der Ortsgruppe. Dabei ging ein großes Lob an die Jugendarbeit: „Die jungen Menschen opfern ihre Freizeit und sind mit Eifer bei der Sache.“ Dies gehört angesichts der vielen negativen Schlagzeilen über Jugendliche auch einmal positiv erwähnt.
Bereits zuvor hatte Stadtrat Walter Geiring als offizieller Vertreter der Stadt das tatkräftige Engagement der Ortsgruppe gelobt: „Als Stadtvertreter kann man stolz sein, wenn man so eine Organisation in seinen Reihen weiß.“ Als Anerkennung überreichte er einen Scheck an den Vorsitzenden.
Dass die Arbeit zwischen den Hilfsorganisationen reibungslos funktioniert, verdeutlichte Zugtruppführer Christian Hauswirth vom Technischen Hilfswerk und wünschte den Rettungsteams stets unfallfreie Einsätze.